Willkommen beim Seminar von A-Z!#

Eine Seminararbeit ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung des Verfassers mit einem wissenschaftlichen Thema. Sie dient dazu, die gewonnenen Einsichten ihrem Leser in klarer und eindeutig nachvollziebarer Weise verständlich zu machen.

Die Erstellung einer Seminararbeit ist damit ganz schön facettenreich: erst einmal ist das eigene Thema zu durchdringen und in einen Zusammenhang einzuordnen. Dabei müssen Informationen gesammelt, strukturiert und verarbeitet werden. Schließlich muss das Thema so aufbereitet werden, dass es auch für Dritte verständlich wird.

Keine Sorge - Seminararbeiten musste bis jetzt jeder Student einmal schreiben. Mittlerweile lassen sich im Internet eine Vielzahl von Anleitungen, Tipps & Tricks finden, die bei der Erarbeitung unterstützen können. Parallel existieren eine Menge Programme, die Studenten einen Teil der Arbeit abnehmen können. Es lohnt sich also, vor dem Start erst einmal einen Überblick über die Vorgehensweise und Werkzeuge zu gewinnen.

Dieser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, indem er Sie bei den wichtigsten Phasen Ihrer Seminarerarbeitung begleitet. Ein besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf die Arbeit mit Literatur. Insbesondere erläutern wir Ihnen, wie die kooperative Literaturverwaltungsplattform BibSonomy Sie unterstützt.

Zu jedem Schritt finden Sie eine kurze Information und eine Sammlung mit Links zu hilfreichen Tools. Arbeitsschritte, für die es mehrere Möglichkeiten (und Programme) gibt, sind durch Karteikarten (Tabs) dargestellt.

Ausarbeitung der Seminar- bzw. Abschlussarbeit#

Leitfaden#

Als Richtlinie für die Erstellung einer guten Ausarbeitung empfehlen wir beispielsweise das Buch

Markus Deininger, Horst Lichter, Jochen Ludewig und Kurt Schneider: Studien-Arbeiten: ein Leitfaden zur Vorbereitung, Durchführung und Betreuung von Studien-, Diplom- Abschluss- und Doktorarbeiten am Beispiel Informatik. 5. Auflage. vdf Hochschulverlag, Zürich, 2005.
Die Anschaffung dieses Buchs (9,50 €) lohnt sich, da es Sie bis zur Masterarbeit (und weiter) begleiten kann.

Brainstorming #

Brainstorming - Techniken eignen sich, um die Aufgabenstellung besser zu verstehen, wichtige Gedanken zu strukturieren oder auch einfach mal querbeet Ideen zu sammeln.
Eine Mind Map hilft Ideen, Aufgaben oder Inhalte durch eine Art Bild darzustellen.
  • Ein nettes (und frei verfügbares) Tool ist Free Mind
  • Weitere Tools gibt es in folgender Liste
Wer kennt sie nicht - die kleinen Post-It Zettel auf denen die nächsten Schritte, Erledigungen und Ideen festgehalten werden?

Struktur#

Allgemein sollte der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit inhaltlich geschlossen sein und einer geradlinigen Gliederung folgen. Manchmal werden in Seminaren Gliederungen und formale Anregungen vorgeben - man sollte sich auf jeden Fall mit seinem Betreuer absprechen.

Zumeist besteht eine wissenschaftliche Arbeit aus den folgenden Teilen:

  1. Titel, Autoren und Institutionen; Kurzzusammenfassung ("Abstract")
  2. (Inhaltsverzeichnis)
  3. Einleitung
  4. Überblick über vorhandene Arbeiten zum Thema ("Related Work")
  5. Hauptteil
  6. Auswertung, Schlußfolgerungen, Ausblick
  7. (Verzeichnisse und Indexe)
  8. (Anhänge)
  9. Literaturverzeichnis

(Teile in Klammern sind optional; angelehnt an DLLS05) .

Titel, Autoren und Institutionen; Kurzzusammenfassung

  • Deckblatt der Arbeit
  • Wird zuerst und immer gesehen und gelesen
  • Neben Namen der Autoren, auch deren E-Mail-Adresse, Institution, ggf. Adresse und Telefonnummer
  • Zusammenfassung (100-200 Wörter) der Arbeit; oft auch in Englisch ("Abstract")
  • Oft auch: 3-5 Schlagwörter ("Keywords")

  • Nur bei längeren Arbeiten (Master, Diplom, Dissertation, ...)
  • Aussagekräftige Überschriften

  • Motivation der Arbeit ("Warum?")
  • Ziel der Arbeit
  • Beschreibung der Aufgabenstellung
  • Sehr kurzer Überblick über die folgenden Abschnitte

Überblick über vorhandene Arbeiten zum Thema ("Related Work")

  • Ausgangssituation (welche Arbeiten gibt es bereits), verwandte Arbeiten kurz beschreiben

  • Kern der Arbeit
  • Umfasst meist mehrere Abschnitte
  • Eigenen Lösungsansatz motivieren und beschreiben
  • Alternativen beschreiben
  • Entscheidungen begründen
  • Vorgehen, verwendete Algorithmen, Datensätze, Maße beschreiben
  • Nachvollziehbarkeit und Wiederholbarkeit der Lösung sicherstellen
  • Ergebnisse beschreiben, auswerten und bewerten

Auswertung, Schlußfolgerungen, Ausblick

  • Kritische Würdigung der Resultate
  • Gezogene Schlußfolgerungen oder Konsequenzen
  • Sich ergebende weitergehende Forschungsfragen

Verzeichnisse und Indexe

  • Nur notwendig, wenn die Größe der Arbeit dies erfordert
  • Verzeichnis der Abbildungen, Tabellen, Tafeln, ...
  • Stichwortverzeichnis ("Index")
  • Abkürzungsverzeichnis

Anhänge

  • Besonders große Abbildungen, umfangreiche Diagramme
  • Quellcode
  • Tabellen

  • Vollständige Liste aller referenzierten Quellen. Wie das Literaturverzeichnis mit Rechnerunterstützung einfacher erstellt werden kann, wird im Folgenden beschrieben.

Textverarbeitungsprogramme#

Des weiteren gibt es in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedliche Anforderungen an schriftliche Arbeiten. LaTeX ist ein Standard im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem Bereich, Microsoft Word und OpenOffice in den Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Wir gehen im Weiteren davon aus, dass Sie Sich bereits für ein Textverarbeitungsprogramm entschieden haben. Dennoch finden Sie hier gegebenfalls noch den einen oder anderen nützlichen Hinweis.

Der Arbeitsablauf bei LaTeX gliedert sich in die Schritte

  1. Editieren des Dokuments mit einem Texteditor
  2. Setzen des Dokuments durch LaTeX
  3. Betrachten des gesetzten Dokuments

Viele Arbeitsumgebungen für LaTeX vereinfachen die letzten beiden Schritte oft so, dass man sie mit einem Mausklick starten kann, beispielsweise Texlipse, Emacs, WinEdt oder TexnicCenter.

Mit Dokumentklassen können Sie die Struktur und das Layout eines Dokumentes verändern. Es gibt Dokumentklassen für Briefe (dinbrief, g-brief, letter, scrlttr2), Präsentationen (beamer), wissenschaftliche Ausarbeitungen (report, article, scrreprt, scrartcl) und Bücher (book, scrbook).

Dagegen erweitern Pakete die Fähigkeiten von LaTeX z.B. um das Einfügen, Beschneiden, Skalieren und Drehen von Graphiken (graphicx), Unterstützung für deutschsprachige Dokumente (ngerman), Einfügen von Quelltexten und Beispielen (fancyvrb), Mathematik-Umgebungen (amsmath), oder Querverweise und Hyperlinks (hyperref).

Sie sollten für die Formatierung Ihres Textes die vorgegebenen Formatvorlagen für Überschriften, Absätze, Numerierungen, etc. verwenden und den Text nicht "manuell", d.h., durch Verändern der Schriftgröße/-art, formatieren. Dadurch erhält ihr Dokument ein einheitliches Layout und Sie können durch Anpassen der Formatvorlagen leicht das Aussehen des gesamten Dokumentes ändern.

OpenOffice ist von der Funktionalität und Bedienung mit Microsoft Word vergleichbar aber im Gegensatz dazu als freie Software zum Download verfügbar. Sie können mit OpenOffice Word-Dokumente lesen und schreiben.

Literatursuche und -verwaltung#

Einführung#

Literatursuche und -verwaltung ist für Wissenschaftler das tägliche, aber oft auch mühsame Geschäft. Mit der geeigneten Software lässt sich diese Arbeit jedoch enorm vereinfachen. Wir werden Ihnen hier zeigen, wie das webbasierte, kooperative Literatur- und Leszeichenverwaltungssystem BibSonomy Sie hierbei unterstützt. PUMA erlaubt unter anderem
  • den Import von Publikationsmetadaten von vielen Webseiten
  • das Kopieren von Einträgen anderer PUMA-Anwender
  • die Verschlagwortung der Einträge mit individuell gewählten Schlagwörtern (so genannten Tags)
  • die Erstellung von thematisch organisierten Literaturlisten mittels dieser Schlagwörter
  • und deren Export in ein Format, das von dem eigenen Textverarbeitungsprogramm weiter verwendet werden kann (bspw. BibTeX, EndNote, RTF, HTML), bzw. ein Export in ein Programm, das direkt mit dem Textverarbeitungsprogramm interagiert (bspw. JabRef für LaTeX, Word und OpenOffice, oder Citavi für Word).

Vorbereitungen#

Melden Sie Sich zunächst bei PUMA auf der Registrierungsseite an und ziehen Sie das "Publikation eintragen"-Bookmarklet in Ihren Webbrowser (weitere Hinweise zu den Bookmarklets finden Sie in der Hilfe). Es gibt auch ein Tutorial, welches Ihnen diesen Schritt erklärt. Das Bookmarklet ermöglicht Ihnen das Speichern der im Web gefundenen Literaturreferenzen in PUMA.

Literaturrecherche#

Als erster Schritt beim wissenschaftlichen Arbeiten dient die Literaturrecherche dazu, einen Überblick über das Thema zu bekommen, Probleme und Lösungen zu erfahren und die eigene Aufgabenstellung in das Gebiet einzuordnen. Neben der klassischen Recherche in der Bibliothek, einem Archiv, o.Ä., ist heute ein Großteil der wissenschaftlichen Literatur im Internet zu finden. Die folgende Liste stellt eine unvollständige Auswahl an Diensten zur Literaturrecherche dar:

Von vielen dieser Systeme können Sie die Publikationsdaten der gefundenen Treffer mit dem unter "Vorbereitung" beschriebenen Bookmarklet direkt abspeichern. Klicken Sie dazu einfach das Bookmarklet an, wenn Sie Sich auf der entsprechenden Seite befinden. Es öffnet sich ein Formular, bei dem die meisten Felder bereits automatisch gefüllt sind. In der Regel reicht es aus, wenn Sie im Feld "Tags" die Schlagwörter eingeben, die Ihnen später ein Wiederfinden des Eintrags erleichtern sollen.

Oft ist der Zugriff auf wissenschaftliche Artikel kostenpflichtig. Einige Angebote hat die Uni Kassel (bzw. die Bibliothek) jedoch abonniert, so dass ein für Studierende kostenfreier Zugriff aus dem Uni-Netz (von zu Hause mittels VPN) bzw. von den Rechner-Arbeitsplätzen der Bibliothek aus möglich ist.

Weitere Hilfe zur Literaturrecherche bieten die Recherche-Tipps und Schulungen der Bibliothek und auch (fachspezifische) Vorlesungen/Einführungen.

Literaturverwaltung#

Dienste und Programme#

Ein wichtiger Schritt neben dem Lesen und Ordnen der gefundenen Literatur ist das "Speichern" der zugehörigen Metadaten (Autor, Titel, Jahr, etc.). Dies dient einerseits dem späteren Zitieren beim Schreiben der Ausarbeitung, andererseits auch der Selbstorganisation.

Zum Verwalten von Literaturreferenzen gibt es viele Möglichkeiten - vom Zettelkasten, über spezielle Programme bis hin zu Internet-basierten Diensten. Im Fokus dieser Anleitung stehen elektronische Systeme, da die Ausarbeitung typischerweise auf dem Computer geschrieben wird und spätestens dann die Referenzen in elektronischer Form vorliegen müssen.

  • Webdienste: BibSonomy, CiteULike
  • spezielle Programme: JabRef, Citavi, EndNote, Zotero, Mendeley (Links!)
  • Allround-Programme: Tabellenkalkulation, Datenbank, Textdatei

Im folgenden wollen wir den an der Universität Kassel entwickelten Webdienst BibSonomy vorstellen.

PUMA#

Sie können die Metadaten Ihrer Literaturreferenzen von Hand eingeben oder - komfortabler - durch Benutzung des eingerichteten Bookmarklets direkt von der Webseite einer digitalen Bibliothek wie die der ACM oder IEEE übernehmen. Auf den Hilfeseiten von PUMA finden Sie Hinweise zu vielen weiteren Funktionen dieses Systems.

Arbeiten Sie in einer Gruppe zusammen, so können Sie sich auf ein gemeinsames Schlagwort (Tag) für Ihre gesammelten Referenzen einigen (z.B. "seminar2006") und mittels der Tagsuche (im Beispiel /tag/seminar2006) leicht die anderen Publikationen der Gruppenmitglieder finden.

  • Hilfe zur Verwendung von Tags Suchoptionen
  • Blogeintrag zu Similar Tags hier
  • Wikiseite zu beschreibenden (describer tags), funktionalen (system tags) und intentionalen Tags (todo, to read, etc.)

(Das könnte alles auch bei Referenzen organisieren stehen => Lieber zusammenschließen oder hier eher Recherchetipps wie "Wie finde ich genau die Publikation die ich brauche" schreiben)

  • Publikationen, deren BibTeX man im Netz gefunden hat mit einem Scraper
  • Im Buchladen, Bibliothek mit Barcode-Scanner
  • Publikationen die man anderswo gefunden hat in PUMA eintragen und taggen
    • postPublication-Dialog postPublication
    • ggf. PDF Dateien an den Post anhängen
  • Referenzen, die man in PUMA gefunden hat kopieren
  • bereits bestehende BibTeX Dateien importieren

Literatur referenzieren#

Wissenschaftliches Arbeiten zeichnet sich dadurch aus, dass auf Erkenntnissen Anderer aufgebaut werden kann. Dafür müssen allerdings eigene Gedanken von den Gedanken Dritter klar abgegrenzt werden. Dies geschieht durch die Angabe von eindeutigen Quellen. Mit den richtigen Werkzeugen lässt sich das Referenzieren von Literatur strukturiert und schnell erledigen.

Ende

PUMA wird vom Fachgebiet Wissensverarbeitung und der Universitätsbibliothek der Universität Kassel betrieben. Kontakt: - Datenschutz & AGB - Über uns